In der Demokratie gibt es eine Pflicht, die allem anderen vorgeht: Nämlich zu sagen, was ist!

Prickelnde Landschaft: David Hockneys Osterglocken als Hoffnungsträger in einer schweren Zeit (Abbildung: Hockney)

Denkt daran, dass der
Frühling nicht verboten
werden kann

 

Im Frühling gebe es einen Moment, in dem die Natur erotisiert sei, sagte David Hockney einmal. Es sehe dann so aus, als sei Champagner über die Büsche gegossen worden. Der exzentrische Maler hat schon immer seine Freude an der Natur und ihrem unendlichen Reichtum an Motiven im Wechsel der Jahreszeiten in frischen, leuchtenden Farben vermittelt. Je älter der 86-jährige wird, umso üppiger seine Palette. Aus der Abgeschiedenheit der Normandie hat er diese Vitalität ausströmenden Osterglocken als Hoffnungsträger in die von vielen Krisen auf den Kopf gestellte Welt gesetzt mit der Botschaft: „Denkt daran, dass der Frühling nicht verboten werden kann“. David Hockney hat das Bild auf seinem iPad gemalt.

Der Künstler hält es mit dem Spruch auf einem burgundischen Weingut: „Wenn sie trinken, sterben sie – wenn sie nicht trinken, sterben sie auch.“ Mit seinen prallen Osterglocken von einer Landschaft, die noch nicht ganz aus dem Winterschlaf erwacht ist, ruft Hockney die Frühlingssymbole von Auferstehung und Neugeburt in Erinnerung.

Danke David, ein erhellendes, lebensbejahendes Zeichen in traurigen Tagen.

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Erschreckende
Umfrage-Ergebnisse:
Immer weniger Vertrauen
in die Regierungen

Deutschland nur noch
eine „Scheindemokratie“?

Die Zufriedenheit mit der Demokratie, wie sie in Deutschland praktiziert wird, hat erneut abgenommen. Nur noch 36 Prozent bejahen die entsprechende Frage, die Meinungsforscher von Verian (früher EMNID) im Auftrag der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung insgesamt 1.543 repräsentativ ausgewählten Wahlberechtigten stellten. Ein Allzeittief: vor gut einem Jahr zeigten sich noch 52 Prozent mit der Demokratie zufrieden. Auch das Vertrauen in die Institutionen der repräsentativen Demokratie sinkt weiter: Nur noch 42 Prozent der Deutschen haben Vertrauen in den Bundestag, nur 34 Prozent in die Bundesregierung.   

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung mit Umfragedaten aus dem Vorjahr. Das Misstrauen gegenüber der handelnden Politik ist weit verbreitet: Mehr als jeder zweite befragte junge Erwachsene gab an, der Ampel nicht zu vertrauen, 45 Prozent misstrauten dem Parlament. Eine Verschlechterung der Dinge erwarten 36 Prozent der jüngeren und sogar 52 Prozent der älteren Menschen.

Ähnlicher Trend bei einer Umfrage des SWR-Magazin „Zur Sache Rheinland-Pfalz“. Das Vertrauen der Bürger in die Parteien schwindet immer mehr. Wären jetzt Landtagswahlen, hätte die regierende Ampelkoalition keine Mehrheit mehr. Die SPD, die seit 1991 die Regierung im Land anführt, blieb unverändert auf dem historischen Tiefstand von 22 Prozent. Die CDU hätte mit 31 Prozent unverändert Zuspruch. Danach Grüne 10 Prozent, FDP 4 Prozent und die AfD kommt auf 15 Prozent. Für die Umfrage befragte Infratest Dimap im Februar 1.157 Wahlberechtigte im Land.

Und schon vor zwei Jahren ergab eine repräsentative Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach, dass 31 Prozent der Befragten meinten: „Wir leben in einer Scheindemokratie, in der die Bürger nichts zu sagen haben.“ Im Osten war sogar fast die Hälfte der Bürger (45 Prozent) dieser Meinung. Und 28 Prozent der Befragten gaben an, dass unser demokratisches System „grundlegend geändert“ gehöre.