Die AfD-Story: Störfall oder Erfolgsmodell?

Der Journalist Peter Hain auf den Spuren der AfD, die trotz aller Widerstände erfolgreich Geschichte schreibt. Wer erfand den Namen AfD, was steckt wirklich hinter dem blauen Partei-Logo mit dem roten Pfeil? Warum ist das Nazi-Etikett falsch und warum kann der „Prüffall“ die AfD nicht stoppen? Ist der Verfassungsschutz überhaupt noch zeitgemäß, wird er selbst zum „Prüffall“?  Die Zukunft der Rechtspartei: Von wegen „kleine Leute“, es geht jetzt ums Überleben der Mittelschicht!

In Porträts kommen AfD-Frontleute zu Wort: Alexander Gauland, Jörg Meuthen, Konrad Adam und  viele Rechtspolitiker. Der Autor, selbst Parteimitglied, beleuchtet ausführlich auch die Rolle der AfD-Ex-Chefin Frauke Petry sowie der Kanzlerin Angela Merkel, die beide ihren „Anteil“ am AfD-Erfolg haben.

22 spannende Kapitel, auf 256 Seiten:
AfD-Sympathisant Prof. Max Otte und sein „Kampf um das Demokratie-Schloss Hambach“, die internen Parteikämpfe im Südwesten Deutschlands um AfD-Chef Uwe Junge, die Macht der „offenen, kritischen Briefe“ oder Christiane Christen, die rechte Rebellin der Initiative „Kandel ist überall.“ Und zur AfD-Zukunft: Neu-Organisation der Jungen Alternative, mehr kommunale Präsenz, verträglicher Umweltschutz, Bekämpfung der Clan-Kriminalität.

256 Seiten
 ISBN  978-3-00-062373-8 
 Preis: 17,90 Euro

Jetzt im Buchhandel, bei amazon.de oder direkt beim Autor: Peter.Hain@peterhain.info

Aktuell zu meinem Buch

In der Demokratie gibt es eine Pflicht,
die allen anderen vorgeht:
Nämlich zu sagen, was ist!

Tops & Flops

Unser traditionsreiches Reichstagsgebäude in Berlin:
DEM DEUTSCHEN VOLKE GEWIDMET! Und überall sieht man auch die „Raute der Macht“: Die CDU warb unter dem Motto „In guten Händen“ großflächig mit der typischen Handhaltung der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie war auch mal Umweltministerin, ein Gesellschafts-Magazin feierte sie jetzt als „Klima-Kanzlerin“.

WO ALLE einer Meinung sind,
wird meistens GELOGEN

so lautet der Werbeslogan der Jungen Freiheit der Wochenzeitung für Debatte „Presse- und Meinungsfreiheit sind für uns nicht teilbar. Es kann sie nur geben, wenn sie gelebt werden. Aufrecht, verbindlich und mit offenem Visier. Wo andere vernebeln, klären wir auf“, so Chefredakteur Dieter Stein (www.jungefreiheit.de). In einer aktuellen Ausgabe heißt es: „Laßt uns streiten!“ Warum ist es so schwer zu ertragen, dass in einer Demokratie nicht alle einer Meinung sind? Warum gelingt immer seltener der vernünftige Austausch von Argumenten?

„Wir müssen moralisch abrüsten und brauchen mehr Respekt und Humor“, so SPD-Mitglied und Bestseller-Autor Thilo Sarrazin („Der neue Tugendterror“), „ich respektiere anderer Leute Auffassungen, erwarte umgekehrt aber auch denselben Respekt.“ Und Chefredakteur Stein wettert in seinem Kommentar gegen die „Arroganz der Macht“. Bei der Frankfurter Buchmesse wurde für konservative Verlage (u. a. Junge Freiheit und Manuscriptum) eine ghettoartige Sackgasse errichtet, um sie demonstrativ in der Ecke einer Halle „aus Sicherheitsgründen“ zu isolieren. Doch es wurde verschwiegen, dass die Bedrohung der Sicherheit nicht von den „rechten“ Verlagen ausgeht, sondern von gewaltbereiten linken Chaoten.

Bunt, tolerant und weltoffen wollen die Deutschen sein. Doch wenn es um die Freiheit zur eigenen Meinung geht, hört der Spass schnell auf. Mehr als zwei Drittel der Deutschen bestätigten in einer Umfrage, aus Angst vor Druck und Pranger lieber den Mund zu halten. Und in einer Jugendstudie beklagen 68 Prozent der Befragten, dass man nicht mehr offen über Migrationsprobleme diskutieren könne. Deutschland, ein Land der Duckmäuser und der Meinungspolizei? So ist das geistige Klima in Deutschland in großer Gefahr – die Freiheit!

Politische Korrektur, Sprachgebrauch: Erstaunlich, die Meinung von Denis Scheck (Literatursendung „Druckfrisch“): „Aus Büchern von Lindgren oder Preußler heute problematische Begriffe wie ‚Zigeuner‘ oder ‚Neger‘ zu streichen, das ist, als wenn Menschen mit Farbeimern in die Museen laufen, um Genitalien zu übermalen. Wenn wir es nicht aushalten, dass Sprache eine Entwicklung vollzieht, die man heute aus guten Gründen nicht mehr sagt und schreibt, dann müssen wir eben bedauernd Abschied nehmen von diesen Werken und sie durch Bücher ersetzen, die zu 100 Prozent unser Wertesystem spiegeln. Wir dürfen aber nicht wie das Orwellsche Wahrheitsministerium die Vergangenheit umschreiben und dann noch behaupten, das sei Lindgren oder das sei Shakespeare. Das halte ich für irrwitzig.“

Der Literaturpapst (Buch: „Schecks Kanon“, Piper) zur Frage: Können böse Menschen gute Literatur schreiben? „Caravaggio war ein Mörder. Ich möchte trotzdem auf ihn als Künstler nicht verzichten. Was für eine Ansammlung von Lügnern, Betrügern, Hochstaplern und Hurenböcken sind die Menschen, denen wir Weltliteratur verdanken. Wir müssen den menschlichen Makel in der Kunst akzeptieren.“

Mut zu Deutschland scheinen viele Bürger von Gera zu haben, der 95.000-Einwohner-Stadt im östlichen Thüringen. So veröffentlichte die Wochenzeitung Neues Gera kürzlich eine Rezension meines Buches „Die AfD-Story – Störfall oder Erfolgsmodell?“. „Die AfD hat Deutschland endlich wachgerüttelt, für eine echte Opposition gesorgt und die Sorgen der Mitteldeutschen wahrgenommen“, wurde ich in dem Info-Blatt zitiert. Genau! Darum habe ich auch diese Woche Gera besucht, wo der von mir bewunderte Maler und Grafiker Otto Dix (+1969) geboren wurde.  Toll, dieses Dix-Museum und die aufrechten  Menschen von Gera. In Thüringen liegen meine Wurzeln: Meine Vorfahren (die „von dem Hainich“) wanderten einst nach Schlesien aus, und unweit von Gera absolvierte ich in Coburg ein Redaktionsvolontariat bei der Neuen Presse.

Bei der Landtagswahl in Gera kam die AfD auf 28,8 % der Zweitstimmen. Die Linke erhielt 33,9 Prozent. CDU (15,4%), SPD (8,1%) und Grüne (3,8%) blieben deutlich dahinter. Im Wahlkreis 42 (Gera II) errang der AfD-Kandidat Dr. Wolfgang Lauerwald mit 32,9 % die meisten Stimmen. Im Wahlkreis 41 (Gera I) belegte Dieter Laudenbach (AfD) mit 30,7 % einen zweiten Platz hinter Daniel Reinhardt (Die Linke, 32,5%).

Kompliment: Bei der Oberbürgermeister-Wahl in Hannover verbuchte der Ex-General und AfD-Kandidat Joachim Wundrak mit 4,6 Prozent einen Achtungserfolg, blieb dabei deutlich vor den Linken (1,9%). In einer Stichwahl wurde Belit Onay von den Grünen neuer OB von Hannover. Die SPD wurde nach 70 Jahren in Hannover endgültig abgewählt.

Trend allgemein: Die sogenannten Volksparteien in der Mitte sind die großen Verlierer. Dagegen werden die Parteien an den Rändern (rechts und links) immer stärker.

Gewidmet allen, die auch in verrückten Zeiten
den Dialog mit Andersdenkenden suchen.


Von Max Otte, Bestseller-Autor und
unabhängiger Finanz- und Wirtschaftsanalyst

Buch aktuell
kurz rezensiert

Krisen, Unruhen und die Geburt einer neuen Weltordnung: Bestseller-Autor Max Otte spricht Klartext in seinem neuen Buch „Weltsystem CRASH“ (Finanzbuch-Verlag, Hardcover, 511 Seiten und dazu 110 Seiten Anmerkungen, 24,99 Euro). Schon früher hatte Otte mit seinem Bestseller „Der Crash kommt“ die Finanzkrise präzise vorhergesagt. Der Wirtschaftsprofessor meint, dass die Deutschen unter Kanzlerin Angela Merkel eine erstaunliche Neigung zum wirtschaftlichen Selbstmord entwickelt haben. „Die Mittelschicht schrumpft. Mittelstand und Handwerk, Rückgrat des deutschen Wohlstands, implodieren“, so Max Otte. „In der nächsten Wirtschaftskrise kann es in unserem Land sehr ungemütlich werden. Durch Merkels Experiment der Grenzöffnung haben sich die Grundvoraussetzungen massiv verändert.“

Schon jetzt ist „Weltsystem CRASH“ auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste ganz vorne, und auch auf der BILD-Bestsellerliste ist Otte aktuell platziert. Verständlich, sein Buch ist durchdacht und akribisch recherchiert, geprägt von profundem ökonomisch-politischem Wissen. Sein Schreibstil allgemein verständlich, fern von Schnoddrigkeit. Otte schließt sein Werk mit der eindringlichen Warnung: Es ist wichtiger denn je, Vorsorge zu treffen – ehe es zu spät ist (www.privatinvestor.de).

Max Otte, Jahrgang 1964, ist ein entschiedener Kritiker des Finanzkapitalismus. Er ist CDU-Mitglied und Vorsitzender des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. Bundesweit bekannt wurde er auch durch sein „Neues Hambacher Fest“ und seine Patrioten-Wanderungen zum Demokratie-Schloss Hambach.

Mut zur Wahrheit:
Die AfD und die Klimafrage

„Umweltschutz ist ein konservatives Thema, das zu Unrecht den Grün-Linken überlassen wurde“, meint Konrad Adam, AfD-Mitgründer. Darum hat der Publizist die Broschüre „Die AfD und die Klimafrage“ herausgegeben (ca. 90 Seiten, 9,90 Euro, Gerhard-Hess-Verlag). Das Buch behandelt mutig die Positionen der AfD zur Klima- und Energiepolitik mit aktuellen Beiträgen von Volker Kempf, Christoph Barthe, Tino Chrupalla, Thomas Fasbender und Volker Meyringer.

Gründer-Vater Adam spart nicht mit Kritik an der eigenen Partei: „Leider gerät die AfD, bewusst oder unbewusst, in Abhängigkeit von Experten, die sich so nennen, aber keine sind. Das sind die Lobbyisten.“ Und Volker Kempf, AfD-Politiker und Vorsitzender der Herbert-Gruhl-Gesellschaft, schreibt: „Die Energiepolitik der Grünen ist weder heimatverbunden noch ökologisch, sie ist unschlüssig und rettet gar nichts. Vor so einer Politik muss man die Wähler warnen und ihnen eine Alternative anbieten, die die Begriffe ökologisch und konservativ glaubhaft miteinander verbindet.“ Lesenswert, ganz in meinem Sinne!

Die AfD-„Gallier“ von der Pfalz

Die rotgrünen Legionen der Rhein-Metropole Mogontiacum beherrschen das Land. Das ganze Land? Nein, da gibt es noch eine Ortschaft, die sich tapfer verteidigt: Hassloch in der Provinz Palatia. Hier leistet die AfD-Ortsgruppe erfolgreich Widerstand. Motto: „Unser Dorf – unsere Heimat!“ Diese „rechten Gallier“ scharen sich um ihren Häuptling Peter Stuhlfauth (Kürzel: PS), der mutig wie Asterix kämpft. Das zeigte sich kürzlich einmal mehr beim Grillfest der Ortsgruppe, zu dem fast alle der 51 Mitglieder kamen – eine verschworene Gemeinschaft, die sich mit dem Zaubertrank „Enzianblau“ stärkte. Und der wirkt immer: Bei den Kommunalwahlen erreichte die Hasslocher AfD 15,9 Prozent der Stimmen (Rheinland-Pfalz kommunal gesamt: 8,6%). Das Großdorf Hassloch, ein Ort für Entscheidungen, in dem die Wirtschaft Produkte testet (Apfelsaft bis Zahnpasta), die erfolgreich verkauft werden. Hassloch, auch ein politischer Trendsetter für Deutschland?

Verständlich, dass Spitzenpolitiker gerne zu Gast im Großdorf sind. So auch kürzlich Dr. Jan Bollinger, MdL und Stellv. Landesvorsitzender. Zuvor gab es eine Gedenkminute für die Opfer von Halle. Bollinger lobte die Ortsgruppe: „Eine engagierte Kommunalpolitik wie in Hassloch ist für die AfD äußerst wichtig.
Eine Top-Gruppe, diese Hasslocher. Erfolgreiche Kommunalpolitik ist die beste Demokratie-Schule.

Foto unten: Hasslochs erfolgreicher AfD-Ortsvorstand
der 19.000-Einwohner-Gemeinde im Kreis Bad Dürkheim


Meldungen und Meinungen


Meinungsstark,
dieser Sebastian Münzenmaier

Aktuell und engagiert informiert der 30-jährige MdB, Fraktions-Vize und Vorsitzende des Ausschusses für Tourismus die Bürger über youtube und seinen Newsletter. Nachrichten aus erster Hand: „Liebe Freunde, wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein!“ sagt er. „Getreu diesem Motto versuche ich stets äußerst transparent und bestmöglich über meine Arbeit im deutschen Bundestag und in Rheinland-Pfalz zu informieren.“ So gibt es ab sofort auf seiner Homepage die Rubrik „Kurznachrichten“ (www.sebastian-muenzenmaier.de).

Aktuell: Auf dem Landesparteitag von Rheinland-Pfalz wurde Sebastian Münzenmaier zum 1. Stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt – mit dem Super-Ergebnis von 90 Prozent aller Stimmen! Erstaunlich, dieser AfD-Politiker, den ich 2012 bei einem Fußballspiel kennenlernte. In meinem Buch „Die AfD-Story“ schrieb ich: „Sebastian Münzenmaier ist die Hoffnung der Rechtspartei!“ Kein Wunder, er wurde 1989, im Jahr der Einheit, geboren. Ein gutes Ohmen!

Sebastian Münzenmaier profiliert sich auch in der Sozialpolitik, möchte bei der Arbeitslosenversicherung die Arbeits- und Lebensleistung der Einzahler stärker würdigen. Die AfD forderte eine gestaffelte Verlängerung der maximalen Bezugsdauer nach geleisteten Beitragsjahren. „Den fleißigen Bürgern wird man nicht gerecht, während andere Menschen fürstlich alimentiert werden, die das Wort Arbeit nicht einmal buchstabieren können“, so der AfD-Fraktionsvize in seiner Bundestagsrede.   

Heute noch nichts von seiner Aktualität verloren: „Der Fürst“ von Machiavelli (Alfred Kröner Verlag, Stuttgart, Umschlagbild von Lorenzo de Medici, Staatliche Museen Berlin

Gegen-Revolution
Den Streit aushalten!

Sind Konflikte in der Gesellschaft Triebkraft oder Sprengstoff? Die Politologin Nicole Deitelhoff rät in dem Wissenschafts-Magazin der Frankfurter Goethe-Universität „Forschung Frankfurt“ zu „Mehr Mut!“ (www.forschung-frankfurt.de). Sie meint, dass Streit und Auseinandersetzung für eine moderne demokratische Gesellschaft wichtig sind. Selbst „Wutausbrüche und Frustrationspotential“ sollten ausgehalten werden. Leider gibt es im linken Spektrum die Auffassung, bestimmte Meinung von vorneherein auszuschließen. Für Deitelhoff ist dies eine „antidemokratische Haltung“, denn Äußerungen, die nur „konservativ“ oder „populistisch“ sind, denen muss man sich stellen – egal, was wir von ihnen halten.

Viele Politwissenschaftler sind der Meinung, dass wir es bei der AfD nicht mit einer einfachen Protestbewegung zu tun haben. Vielmehr würden wir Zeugen einer tiefen epochalen Krise der Demokratien als Folge der Globalisierung sowie anderen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Konkret: Alterung der Gesellschaft, Migration, Klimawandel und Nationalismus, den Kampf um Ressourcen  sowie ethnische, religiöse und soziale Ungleichheiten. Derzeit findet eine Gegen-Revolution zum Siegeszug der kosmopolitischen und liberalen Demokratie nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes statt.

Der heutige politische Machtkampf erinnert an die Schriften des Florentiners Niccolò Machiavelli (1469-1527). Sein Hauptwerk „Der Fürst“ („Il Principe“) gilt als politische Bibel der Staatskunst, hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Machiavelli geht von einer über die Zeiten hinweg gleichbleibenden Menschennatur aus: „Von den Menschen läßt sich nur Schlechtes erwarten, wenn sie nicht zum Guten gezwungen sind.“ Sie seien nur auf ihren Vorteil, auf Gewinn und Einfluss, Ruhm und Reichtum bedacht, dabei heuchlerisch und betrügerisch. Er rät den Fürsten, also den Politikern, Fuchs und Löwe zugleich zu sein: Löwe, um die Wölfe abzuschrecken, Fuchs als ein Meister der Heuchelei und Verstellung. „Machiavelli wollte die Moral nicht außer Kraft setzen“, so der Philosoph Kurt Flasch, „aber er verachtete das moralisierende Schwadronieren.“  

Große Sorgen um meinen Indianerfreund

Ich habe eine besondere Verbindung zum Regenwald in Amazonien, denn dort lebt mein Freund Payé, der Häuptling der Kayapos. Im Herbst 1988 besuchte ich in Brasilien als Reporter seine Heimat am Rio Xingu, blieb einige Wochen bei dem Stamm (Foto unten). Schon damals wurden die indigenen Völker (Ureinwohner) Brasiliens vom Großgrundbesitzern aus ihrem Lebensraum vertrieben und man legte riesige Waldbrände. Häuptling Payé protestierte gegen den Landraub, wurde von Killern (Pistoleiros) gejagt. Der mutige Häuptling wollte nicht emigrieren, nicht irgendwo Asyl beantragen, sondern seine Heimat schützen, gegen die Eindringlinge verteidigen und seine indianische Identität bewahren. Doch seit dem Feuer-Inferno in Brasilien sind er und sein Stamm spurlos verschwunden.

Im Oktober 1988 am Rio Xingu: Reporter Peter Hain im Gespräch mit Häuptling Payé, der seine Tochter Chica im Arm hält

Da waren wir noch etwas jünger: München, 1992, Interview: Reinhold Messner (rechts) und Chefreporter Peter Hain. Er erklärte mir damals sein neues Buch „Bergsteiger werden mit Reinhold Messner“

Messner über die „Welt der Grünen“

Bei Reinhold Messner beeindrucken mich immer wieder Fleiß, Kampfgeist und Überzeugungskraft. Gerade hat der größte Bergsteiger der Welt, der alle 14 Achttausender ohne Atemmaske bestieg, wieder ein neues Buch veröffentlicht: „Der Eispapst“ (Fischer Verlag). Zur Klimafrage meint der Südtiroler: „Die globale Erwärmung ist auch von Menschen gemacht, doch nicht nur, da sind auch andere Gründe. Aber es bringt nichts, den Menschen permanent Angst einzujagen, man kann nur fordern, dass alle Politiker sich bemühen.“ Wie erklärt sich Messner, der auch mal für die Grünen im EU-Parlament saß, dass in keinem Land der Welt die Grünen so erfolgreich sind wie in Deutschland? „Die Bewegung kam 1968 aus den USA nach Deutschland“, erklärt Messner in einem ZEIT-Interview. „Dann kam Idealismus dazu, es ist etwas typisch Deutsches, hilfreich und gefährlich zugleich. Ohne diesen Idealismus der Deutschen wäre Hitler nicht möglich gewesen. Denn Idealismus kann gefährlich werden. Auch Terroristen sehen das, was sie machen, vielfach als idealistische Mission und opfern sich für eine Idee.“

Am 17. September feierte Reinhold Messner seinen 75. Geburtstag (Sternzeichen Jungfrau). „Die Kunst ist, nicht zu sterben“, sagt Risiko-Mensch Messner. Ja, diese Jungfrau-Geborenen: Dazu gehören auch Politiker wie Oskar Lafontaine (Linke) und Uwe Junge (AfD), beide an einem 16. September geboren…

Ich will von Polen
1,2 Mio. Euro Reparation!

Ja, Sie haben richtig gelesen: Nachdem die polnische Regierung von Deutschland 900 Milliarden Euro für Kriegsschäden fordert, verlange auch ich von Polen Ersatz (Reparation) für Hab und Gut, das meiner Familie und mir bei der Vertreibung aus der Heimat Schlesien abgenommen wurde. Bei meinen Forderungen nach polnischer Kompensation handelt es sich um das Försterhaus mit drei Hektar Wald meines Vaters in Wüstegiersdorf/Ortsteil Blumenau (Kreis Waldenburg) sowie ein Stadthaus der Hains in Löwenberg (Kreis Goldberg). Die Klage auf Schadensausgleich von Polen geht an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. „Die Polen spinnen, ihre Forderung ist unverschämt“,  meint mein Freund Paul Stache (Jahrgang 1942), ebenfalls gebürtiger Schlesier. Polnische Wissenschaftler kamen in einer Studie zu dem Schluss, dass die entschädigungslose Enteignung der Deutschen in den Ostgebieten als ein Teil der Reparation anzusehen ist, die Polen erhalten hat. Also, danach haben die Schlesier schon mit ihrem Eigentum und dem Verlust ihrer Heimat bezahlt.

Nachtrag zum Thema: Tatsache ist, dass die verbrecherische NS-Politik, der Überfall auf Polen und der Bau der Konzentrationslager das Ende der 700jährigen deutschen Geschichte in Schlesien zur Folge hatte. Wahr ist aber auch, dass die Mehrheit der rund fünf Millionen Schlesier unter Verletzung des Völkerrechtes 1945/46 aus ihrer Heimat systematisch vertrieben wurden. Von ihnen überlebten etwa 550.000 Menschen die zwangsweise Aussiedlung nicht – verhungert, erschlagen, vergewaltigt. Ich war als sechsjähriger Knirps Augenzeuge dieser Gewalttaten. Meine Mutter und ich mußten zusehen, wie der Eichner-Bauer an das Scheunentor genagelt wurde, weil er seinen Hof nicht verlassen wollte. „Der Eichner wird wie Jesus gekreuzigt“, dachte ich. Später wurden wir im Viehwagen abtransportiert (siehe Waggonliste unten).

Nach dem Potsdamer Abkommen (2. 8. 1945) stand Schlesien unter polnischer Verwaltung. Schon vorher war von den Allierten 1943 in Teheran die Abtrennung Schlesiens beschlossen worden. Im „Deutsch-Polnischen Grenzvertrag“ 1990 wurde die nach 1945 praktisch vollzogene Eingliederung Schlesiens in das polnische Territorium dann endgültig besiegelt.

Waggonliste des Transport von Waldenburg nach Leipzig am 27. August 1946: für die Zehn-Tage-Fahrt gab es pro Person 3 Pfund Brot, und je 250 Gramm Fett und Fleisch, zu finden in einer lauwarmen Wassersuppe. Der Waggon war mit 45 Menschen belegt, Frauen, Kinder, Greise. Die Menschen, die auf der Fahrt starben, wurden unbestattet am Bahndamm zurückgelassen
Die Gemeinde Wüstegiersdorf, hier Blick von der Evangelischen Kirche auf den Ortsteil Blumenau, in dem ich während des Krieges mit meiner Mutter lebte. Oben links, letztes Haus: Unsere Försterei, gleich dahinter der Wald. Wir verließen unseren Heimatort mit kleinem Handgepäck, das von den polnischen Soldaten nochmals gefilzt wurde, Eheringe und Uhren wurden den Aussiedlern nach einer Leibesvisitation abgenommen

Richtungsstreit:
Höcke-Attacke, Junge-Appell

Siegt künftig der Flügelsturm auf Rechtsaußen oder das bürgerlich-konservative Mittelfeld? Könnte es gar zu einer ideologischen Spaltung der AfD kommen? Vielleicht in eine Ost- und eine West-Partei? Nach Björn Höckes provokantem Auftritt beim Kyffhäuser-Treffen ist die Auseinandersetzung neu entbrannt. Der Thüringer Landeschef zog mit seinen Äußerungen den Zorn vieler AfD-Politiker auf sich. Bekanntlich wandten sich mehr als 100 Parteifunktionäre in einem Appell gegen Höckes Machtanspruch. „Er ist nicht legitimiert, für die AfD als Gesamtpartei zu sprechen“, so Wortführer Uwe Junge, der für eine „geeinte und starke Rechtpartei“ kämpft. Die AfD-Spitzenleute positionieren sich auch für die Wahl des Parteivorstandes Ende November. Vorausgesetzt, Gauland tritt nicht mehr an. Dann ist geplant, dass er zum Ehrenvorsitzenden der AfD gewählt wird. Doch Junge, der den Landesvorsitz abgab, kandidiert auf jeden Fall Ende November in Braunschweig für den Bundesvorstand.

Respekt, Uwe Junge riskiert viel, um die Einheit in der Partei wieder herzustellen. Der Frontmann aus der Vulkaneifel sorgte auch für Aufsehen, als er als Gast bei der ARD-Politsendung „Hart aber fair“ mit seinen Argumenten überzeugte, bei der Ernennung von AKK zur Verteidigungs-Ministerin einen „Aufstand der Generale“ forderte. Der Ex-Stabsoffizier gilt in der Partei als ausgleichende Kraft, der die Lager versöhnt. Das „AfD-Strategiepapier 2019-2025“ beinhaltet eine Vielzahl von Leitlinien, die Junge seit Jahren fordert und in seinem Landesverband konsequent durchsetzte, mit dem Ziel: eine bürgerlich-wertkonservative Volkspartei zu werden, die möglichst bald Regierungsverantwortung übernimmt. Sein Motto: „Moderat im Ton, hart in der Sache“ (seine Biografie in meinem Buch „Die AfD-Story“, Kapitel 12 „Im Kreuzfeuer der Meinungen“).

Buch-Rezension
in der Zeitung Junge Freiheit

Im Literaturteil wurde mein Buch „Die AfD-Story“ besprochen: