Die AfD-Story: Störfall oder Erfolgsmodell?

Der Journalist Peter Hain auf den Spuren der AfD, die trotz aller Widerstände erfolgreich Geschichte schreibt. Wer erfand den Namen AfD, was steckt wirklich hinter dem blauen Partei-Logo mit dem roten Pfeil? Warum ist das Nazi-Etikett falsch und warum kann der „Prüffall“ die AfD nicht stoppen? Ist der Verfassungsschutz überhaupt noch zeitgemäß, wird er selbst zum „Prüffall“?  Die Zukunft der Rechtspartei: Von wegen „kleine Leute“, es geht jetzt ums Überleben der Mittelschicht!

In Porträts kommen AfD-Frontleute zu Wort: Alexander Gauland, Jörg Meuthen, Konrad Adam und  viele Rechtspolitiker. Der Autor, selbst Parteimitglied, beleuchtet ausführlich auch die Rolle der AfD-Ex-Chefin Frauke Petry sowie der Kanzlerin Angela Merkel, die beide ihren „Anteil“ am AfD-Erfolg haben.

22 spannende Kapitel, auf 256 Seiten:
AfD-Sympathisant Prof. Max Otte und sein „Kampf um das Demokratie-Schloss Hambach“, die internen Parteikämpfe im Südwesten Deutschlands um AfD-Chef Uwe Junge, die Macht der „offenen, kritischen Briefe“ oder Christiane Christen, die rechte Rebellin der Initiative „Kandel ist überall.“ Und zur AfD-Zukunft: Neu-Organisation der Jungen Alternative, mehr kommunale Präsenz, verträglicher Umweltschutz, Bekämpfung der Clan-Kriminalität.

256 Seiten
 ISBN  978-3-00-062373-8 
 Preis: 17,90 Euro

Jetzt im Buchhandel, bei amazon.de oder direkt beim Autor: Peter.Hain@peterhain.info

Aktuell zu meinem Buch

In der Demokratie gibt es eine Pflicht,
die allen anderen vorgeht:
Nämlich zu sagen, was ist!

Tops & Flops

Die Welt im Klimawahn – Es wird immer verrückter! „Das apokalyptische Gerede vom Weltuntergang hat längst die Ebene eines irrationalen Glaubenskrieges erreicht“, so Dieter Stein, der Junge Freiheit-Chefredakteur, in einer seiner Kolumnen. „Die Indoktrination von Kindern und Jugendlichen ist beispiellos. Innerhalb nur eines Jahres wurde Greta Thunberg, die nicht vom Himmel fiel, sondern von ehrgeizigen Eltern und einem PR-Team von Anfang an promotet wird, zur Ikone eines Jugendaufstandes aufgebaut.“ Dazu startete die AfD die Kampagne „Grüne stoppen! Umwelt schützen!“ AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen: „Diese Politiker haben nicht das Zeug dazu, die Welt zu retten. Aber sie schicken sich an, Deutschland zu ruinieren.“

WO ALLE einer Meinung sind,
wird meistens GELOGEN

so lautet der Werbeslogan der Jungen Freiheit der Wochenzeitung für Debatte „Presse- und Meinungsfreiheit sind für uns nicht teilbar. Es kann sie nur geben, wenn sie gelebt werden. Aufrecht, verbindlich und mit offenem Visier. Wo andere vernebeln, klären wir auf“, so Chefredakteur Stein“ (www.jungefreiheit.de). In der aktuellen Ausgabe Nr. 41 lesenswert das große Interview mit der Philosophin Dr. Caroline Sommerfeld-Lethen, die politisch die Seiten wechselte und zur rechtsintellektuellen Exponentin wurde: „Linke halten es für normal, an der Macht zu sein. Auf Rechte projizieren sie dagegenstets den ‚Hitlers Machtergreifung‘-Frame. Das ist heuchlerisch.“

Mut zu Deutschland scheinen viele Bürger von Gera zu haben, der 95.000-Einwohner-Stadt im östlichen Thüringen. So veröffentlichte die Wochenzeitung Neues Gera kürzlich eine Rezension meines Buches „Die AfD-Story – Störfall oder Erfolgsmodell?“. „Die AfD hat Deutschland endlich wachgerüttelt, für eine echte Opposition gesorgt und die Sorgen der Mitteldeutschen wahrgenommen“, wurde ich in dem Info-Blatt zitiert. Und: „Einige von Hains Texten sind diskussionswürdig, fordern politisch Andersdenkende zum Widerspruch heraus.“ Genau! Darum werde ich auch Gera besuchen, wo der von mir bewunderte Maler und Grafiker Otto Dix (+1969) geboren wurde.  Ich freue mich schon auf das Dix-Museum und die aufrechten  Menschen von Gera. In Thüringen liegen meine Wurzeln: Meine Vorfahren (die „von dem Hainich“) wanderten einst nach Schlesien aus, und unweit von Gera absolvierte ich in Coburg/Oberfranken ein Redaktionsvolontariat bei der Neuen Presse.

So nicht, Majestät: Bundespräsident beleidigt Millionen
AfD-Wähler! Frank-Walter Steinmeier lässt der AfD via „Spiegel“-Interview ausrichten, sie sei aufgrund fremdenfeindlicher und völkischer Tendenzen „anti-bürgerlich“. Und dann legt er noch nach: „Es gibt Grenzen im demokratischen Staat, und wer Hass und Hetze verbreitet und mit neonazistischen Netzwerken paktiert, der überschreitet diese Grenzen.“ Ich meine, dass der Bundespräsident mit seinen Ansichten die parteipolitische Neutralität, zu der er als höchster deutscher Amtsträger verpflichtet ist, gröblich verletzt hat. Sein Amtseid (Artikel 56, Grundgesetz) lautet: „…Gerechtigkeit gegen jedermann zu üben.“ Mit Verlaub, Herr Bundespräsident, Sie haben Millionen AfD-Wähler, Mitglieder und Förderer dieser Partei in die Schmuddelecke verbannt, sie schwer beleidigt. Das ist Sozipopulismus. Man muss sich fragen, ob Steinmeier seine überparteiliche Verantwortung gegenüber den rechten Wählern, den jetzigen wie den künftigen, wirklich wahrnimmt. Eigentlich gibt er ihnen nämlich zu verstehen, dass ihre Ansichten und Wünsche so falsch sind wie ihre Sorgen. Untersteht euch, so verstehe ich Steinmeiers Botschaft, von dem Programm abzuweichen, das die Altparteien zu bieten haben. Ist es der Frust über die Erfolglosigkeit seiner Partei bei den letzten Wahlen? Und, Herr Bundespräsdient: Die AfD ist längst eine Bürgerpartei, so wie es Alexander Gauland formuliert hat.

Frank-Walter Steinmeier und alle Regierenden scheinen auf die Eindringlinge von rechts keine andere Antwort zu haben als Kleinmut, Rechthaberei und Moralisieren. „Doch Maßregelung hilft nicht weiter“, schreibt die FAZ, „statt der Herausforderung durch die AfD inhaltlich zu begegnen, arbeiten die Traditionsparteien so langfristig an ihrer eigenen Auszehrung.“  

Die AfD-„Gallier“ von der Pfalz: Die rotgrünen Legionen der Rhein-Metropole Mogontiacum beherrschen das Land. Das ganze Land? Nein, da gibt es noch eine Ortschaft, die sich tapfer verteidigt: Hassloch in der Provinz Palatia. Hier leistet die AfD-Ortsgruppe erfolgreich Widerstand. Motto: „Unser Dorf – unsere Heimat!“ Diese „rechten Gallier“ scharen sich um ihren Häuptling Peter Stuhlfauth (Kürzel: PS), der mutig wie Asterix kämpft. Das zeigte sich kürzlich einmal mehr beim Grillfest der Ortsgruppe, zu dem fast alle der 51 Mitglieder kamen – eine verschworene Gemeinschaft, die sich mit dem Zaubertrank „Enzianblau“ stärkte. Und der wirkt immer: Bei den Kommunalwahlen erreichte die Hasslocher AfD 15,9 Prozent der Stimmen (Rheinland-Pfalz kommunal gesamt: 8,6%). Das Großdorf Hassloch, ein Ort für Entscheidungen, in dem die Wirtschaft Produkte testet (Apfelsaft bis Zahnpasta), die erfolgreich verkauft werden. Hassloch, auch ein politischer Trendsetter für Deutschland? Das beweist jedenfalls der Hasslocher „Gallierstamm“ …

Die Comics und Filme mit Asterix verkörpern den Aufstand der Völker gegen das Imperium. Sie drücken ein natürliches Bedürfnis, gerade der einfachen Leute, nach Heimat und Identität aus. Um es mit Asterix zu sagen: dort, wo alle die gleichen Schnauzbärte tragen, wo alle dieselbe Sprache sprechen, wo man sich kennt und versteht. Liebe zur Tradition nennt das der Fischhändler Verleihnix.

Eine Top-Gruppe, diese Hasslocher. Erfolgreiche Kommunalpolitik ist die beste Demokratie-Schule.

Foto unten: Hasslochs erfolgreicher AfD-Ortsvorstand
der 19.000-Einwohner-Gemeinde im Kreis Bad Dürkheim

Starker Typ: Generalleutnant a. D. Joachim Wundrak ist AfD-Kandidat bei der Oberbürgermeisterwahl in Hannover (mehr dazu im Text unten)

Blauer General-Angriff: Joachim Wundrak (64), Generalleutnant a. D., tritt in Hannover für die AfD zur Bürgermeisterwahl am 27. Oktober an. Seine politischen Schwerpunkte sieht der ehemalige Drei-Sterne-General der Luftwaffe in der „Wiederherstellung der inneren Sicherheit, der Beendigung der Verwahrlosung des öffentlichen Raumes, der Schaffung von erschwinglichem Wohnraum für Familien mit Kindern und einer seriösen Haushaltspolitik“. Der ehemalige Transall-Pilot wettert gegen „die Medien“ und klagt über „die Nazikeule“. In einer Ausgabe der Wochenzeitung Junge Freiheit rechnet er mit der Regierung ab und erklärt, warum er während der Asylkrise die CDU verließ.

Ich teile Wundraks Kritik, unterstütze ihn beim Wahlkampf, schickte ihm mein Buch „Die AfD-Story“ mit einigen Zeilen. „Herzlichen Dank für die aufmunternden Worte und das Buchgeschenk“, mailte der Generalleutnant, „mein erster Eindruck ist vielversprechend, melde mich nach vollständigem Lesen wieder.“ Besonders gefiel dem Flieger-General das Kapitel „Keine Ehrung für den Fliegerhelden Hans Kirschstein“. Hier wird das Schicksal des Weltkrieg-Eins-Fliegers und Pour-le-Mérite-Trägers geschildert, der in seiner Heimatstadt Koblenz mit keinem Straßennamen geehrt wird.

Ein heißer Kandidat, Wundraks Chancen steigen: Die Wählergemeinschaft „Die Hannoveraner“ (WDH) verzichtet bei der OB-Wahl auf einen eigenen Kandidaten und gibt eine Wahlempfehlung für Wundrak. Die kritischen Stimmen der Opposition sollen sich auf nur einen aussichtsreichen Kandidaten konzentrieren. Bei der Wahl 2016 kam die WDH auf 2,8 Prozent der Stimmen (AfD: 8,6 Prozent). „Ich danke den ‚Hannoveranern‘ für das in mich gesetzte Vertrauen“, freute sich Joachim Wundrak.

Liebe Hannoveraner im Ausland, kommt am 27. Oktober nach Hause und wählt. Das ist eine ganz besondere OB-Wahl im einstigen Königreich Hannover mit seinen über 500.000 Einwohnern. Zur Erinnerung: Niedersachsens Hauptstadt ist auch ein Altparteien-Paradies, die Heimat „genialer“ Politiker: Schröder, Wulff, Steinmeier, Gabriel und von der Leyen, die als Verteidigungsministerin unseren Soldanten „mangelnde Haltung“ vorwarf. Zum Dank dafür wurde sie zur EU-Kaiserin gekürt. Einfach weiter so?

Große Sorgen um meinen Indianerfreund. Ich habe eine besondere Verbindung zum Regenwald in Amazonien, denn dort lebt mein Freund Payé, der Häuptling der Kayapos. Im Herbst 1988 besuchte ich in Brasilien als Reporter seine Heimat am Rio Xingu, blieb einige Wochen bei dem Stamm (Foto unten). Schon damals wurden die indigenen Völker (Ureinwohner) Brasiliens vom Großgrundbesitzern aus ihrem Lebensraum vertrieben und man legte riesige Waldbrände. Häuptling Payé protestierte gegen den Landraub, wurde von Killern (Pistoleiros) gejagt. Der mutige Häuptling wollte nicht emigrieren, nicht irgendwo Asyl beantragen, sondern seine Heimat schützen, gegen die Eindringlinge verteidigen und seine indianische Identität bewahren. Doch seit dem Feuer-Inferno in Brasilien sind er und sein Stamm spurlos verschwunden.

Im Oktober 1988 am Rio Xingu: Reporter Peter Hain im Gespräch mit Häuptling Payé, der seine Tochter Chica im Arm hält

  

Ansturm auf Europa. Letzte Warnung, bevor alles zu spät ist: Mein Vorbild und Journalistenlehrer Wolf Schneider hat jetzt ein bemerkenswertes Buch veröffentlicht: „Denkt endlich an die Enkel“ (Rowohlt Verlag). Darin geht es dem  94-jährigen Schneider (Autor von „Deutsch für Kenner“) darum, wie es soweit kommen konnte, dass der Mensch offenen Auges die eigene Lebensgrundlage zerstört. „Warum tut denn keiner was?“ steht auf dem Buchrücken, und er fragt, ob man einen „Ansturm auf Europa“ hinnehmen solle, nur aus Anstand und Barmherzigkeit. Und er schreibt, dass das „alte Europa“ Grund habe, sich nicht besonders wohl zu fühlen bei der Aussicht auf eine Milliarde Nigerianer, die es Schätzungen zufolge im Jahr 2100 geben wird. Lesenswert, kann man allen Deutschen nur empfehlen.

Meldungen und Meinungen

1) Ich will von Polen 1,2 Mio. Euro Reparation! Ja, Sie haben richtig gelesen: Nachdem die polnische Regierung von Deutschland 900 Milliarden Euro für Kriegsschäden fordert, verlange auch ich von Polen Ersatz (Reparation) für Hab und Gut, das meiner Familie und mir bei der Vertreibung aus der Heimat Schlesien abgenommen wurde. Bei meinen Forderungen nach polnischer Kompensation handelt es sich um das Försterhaus mit drei Hektar Wald meines Vaters in Wüstegiersdorf/Ortsteil Blumenau (Kreis Waldenburg) sowie ein Stadthaus der Hains in Löwenberg (Kreis Goldberg). Die Klage auf Schadensausgleich von Polen geht an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. „Die Polen spinnen, ihre Forderung ist unverschämt“,  meint mein Freund Paul Stache (Jahrgang 1942), ebenfalls gebürtiger Schlesier. „Nachdem wir aus der Heimat geworfen wurden, sollen wir jetzt auch noch dafür bezahlen“, sagt er und witzelt: „Aber die Polen können noch mehr Milliarden haben, wenn wir dafür unser Land zurückbekommen.“ Polnische Wissenschaftler kamen in einer Studie zu dem Schluss, dass auch die entschädigungslose Enteignung der Deutschen in den Ostgebieten als ein Teil der Reparation anzusehen ist, die Polen erhalten hat. Also, danach haben die Schlesier schon mit ihrem Eigentum und dem Verlust ihrer Heimat bezahlt. Und jetzt soll nochmal abkassiert werden. Nicht mit mir!

Nachtrag zum Thema: Tatsache ist, dass die verbrecherische NS-Politik, der Überfall der Deutschen auf Polen und der Bau der Konzentrationslager das Ende der 700jährigen deutschen Geschichte in Schlesien zur Folge hatte. Wahr ist aber auch, dass die Mehrheit der rund fünf Millionen Schlesier unter Verletzung des Völkerrechtes 1945/46 aus ihrer Heimat systematisch vertrieben wurden. Von ihnen überlebten etwa 550.000 Menschen die zwangsweise Aussiedlung nicht – verhungert, erschlagen, vergewaltigt. Ich war als sechsjähriger Knirps Augenzeuge dieser Gewalttaten. Meine Mutter und ich mußten zusehen, wie der Eichner-Bauer an das Scheunentor genagelt wurde, weil er seinen Hof nicht verlassen wollte. „Der Eichner wird wie Jesus gekreuzigt“, dachte ich. Später wurden wir im Viehwagen abtransportiert (siehe Waggonliste unten).

Nach dem Potsdamer Abkommen (2. 8. 1945) stand Schlesien unter polnischer Verwaltung. Schon vorher war von den Allierten 1943 in Teheran die Abtrennung Schlesiens beschlossen worden. Im „Deutsch-Polnischen Grenzvertrag“ 1990 wurde die nach 1945 praktisch vollzogene Eingliederung Schlesiens in das polnische Territorium dann endgültig besiegelt.

Waggonliste des Transport von Waldenburg nach Leipzig am 27. August 1946: für die Zehn-Tage-Fahrt gab es pro Person 3 Pfund Brot, und je 250 Gramm Fett und Fleisch, zu finden in einer lauwarmen Wassersuppe. Der Waggon war mit 45 Menschen belegt, Frauen, Kinder, Greise. Die Menschen, die auf der Fahrt starben, wurden unbestattet am Bahndamm zurückgelassen
Die Gemeinde Wüstegiersdorf, hier Blick von der Evangelischen Kirche auf den Ortsteil Blumenau, in dem ich während des Krieges mit meiner Mutter lebte. Oben links, letztes Haus: Unsere Försterei, gleich dahinter der Wald. Wir verließen unseren Heimatort mit kleinem Handgepäck, das von den polnischen Soldaten nochmals gefilzt wurde, Eheringe und Uhren wurden den Aussiedlern nach einer Leibesvisitation abgenommen

2) Deutsch bald nur noch Zweit-Sprache? Das befürchtet Joachim Paul, Bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag. Darum fordert der Gymnasiallehrer die Wiedereinführung der Diktatpflicht für Grundschüler und eine Vorschulpflicht für Kinder, die noch nicht gut Deutsch sprechen. „Mangelnde Rechtschreibung ist ein K.-o-Kriterium bei Bewerbungen“, so Paul, „leider hat die Landesregierung dieses große Thema nicht auf dem Schirm.“ Außerdem strebt Paul, auch für Kultur und Neue Medien verantwortlich, die Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem an mit einem Abschluss für handwerkliche Ausbildungsberufe. Die Realschule plus sei „krachend gescheitert“, so Paul, der im Landtag den Antrag „Bildungswende 2021“ einbringt. Er kritisiert auch, dass die Regierung ihre Probleme kleinredet. Beispiel ist der Bildungsmonitor, der die Leistungsfähigkeit der Bildung in den Bundesländern bewertet. Neueste Untersuchungen ordnen RP einen Wert von 49.2 zu. Maximal erreichbar sind 100. De facto hat das Land nicht mal die Hälfte der Punkte erreicht. Auch in den Bildungs-Ausgaben gehört Rheinland-Pfalz bundesweit zu den Schlusslichtern. In die Bildung von Schülern und Studenten steckt im Vergleich nur noch Brandenburg weniger Geld als das Land. Laut jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (von 2016) wurden nur 9.000 Euro pro Person ausgegeben – 700 Euro weniger als durchschnittlich und fast 2.000 Euro weniger als der Spitzenreiter (Hamburg: 11.500 Euro). Nachsitzen, Dreyer-Regierung!

Ergänzend zu Pauls Deutschstunde: Bin gerade von einer Deutschland-Reise aus Hamburg zurück, wo nach einer Erhebung des Hamburger Senats an den dortigen 191 Grundschulen Kinder mit Migrationshintergrund in der Mehrheit sind. Es herrschen chaotische Zustände, weil das Lehrpersonal nicht verstanden wird. Dazu: Laut einer Pisa-Sonderauswertung hat die Hälfte der Jugendlichen mit Migrationshintergrund „sehr schwache Leistung“ in Deutsch, ihre Sprachkompetenz in der Schule ist erschreckend schwach. Und: Mehr als 80 Prozent der Kinder sprechen in der Familie eine andere Sprache als Deutsch.

3) Trägt der Teufel Grün? Zu dieser Erkenntnis kommt man bei der Broschüre „Deutschland verrecke – Zehn Todsünden der Grünen gegen das deutsche Volk“ von Peter Helmes. Der Publizist, Volks- und Betriebswirt (Jahrgang 1943), beschreibt auf 105 Seiten detailliert die „Sünden“ der Grünen, zitiert deren übelste Zitate. „Die Grünen sind die neuen Meinungsdiktatoren in Deutschland“, meint Helmes. Für ihn, seit 1969 CDU-Mitglied, sind die Vorschläge der Grünen zu Klimaschutz und Energiepolitik ein einziger Irrweg! „Der Klimaschutz wird als Vorwand genutzt, um Lebensstile vorzugeben und Front gegen die Industrie zu machen“, kritisiert er. Der Rheinländer wettert gegen eine „versaute Kindererziehung“, „falsch verstandenes Frauen- und Familienbild“ und „Grün leben – nur für Betuchte“. In seiner Streitschrift mit vielen Quellennachweisen zeichnet Helmes ein Bild grüner Ideologie, das in Politik gegossen allen Anlass zu großer Sorge gibt. Sein Fazit: „Die Grünen brauchen wir nicht! Sie schaden unserer Nation!“

Nachtrag zum Thema: Respekt, was der meinungsstarke Peter Helmes zusammentrug. Doch beim Klimaschutz wünsche ich mir, dass er in seiner nächsten Broschüre nicht über „Deutschland verrecke“ schreibt, sondern „Es lebe Deutschland“. Interessant wäre, wie wir den Klimawandel mit wirtschaftlichem Fortschritt und mit Schonung der natürlichen Lebensgrundlagen vereinbaren können. Wie will Deutschland die Energiewende, ein desaströses Milliardengrab, schneller schaffen? Stellt sich doch die Frage, warum verlängern wir nicht die Laufzeit unserer Kernkraftwerke (ohne Neubauten)? So könnten wir einen wesentlich schnelleren Kohle-Ausstieg als 2038 schaffen. Allerdings: Bei der Kernenergie ist die Endlagerung problematisch, das Sicherheitsrisiko hoch. So wird 2020 das wegen zahlreicher Störfälle berüchtigte AKW Fessenheim im Elsass abgeschaltet. Doch bestimmt werden alle Probleme mit Merkels „Klima-Paket“ gelöst. Ein Mix aus Entlastungen, Anreizen und Belastungen. Ein Einstieg, mehr nicht . Der Bürger muss wieder mal für die Versäumnisse der Politik bezahlen. Doch vielleicht heißt die nächste GroKo Schwarz-Grün? Eine wahrhaft teuflische Konstellation. Was dann, CDU-Mitglied Helmes? Wechseln Sie die Partei?

Peter Helmes ist auch Chef-Korrespondent des „Deutschland Magazin“ bei den Deutschen Konservativen e. V. in Hamburg. Hier kann man auch die Helmes-Broschüre für fünf Euro zzgl. 2,95 Euro Versandkostenpauschale beziehen (www.konservative.de, info@konsevative.de)

4) Maskerade – der „grüne Offizier“ Özdemir: Viele Soldaten rieben sich die Augen, denn eine Woche lang  spielte der Grünen-MdB Cem Özdemir Soldat, stiefelte als Oberleutnant der Reserve herum. Sein Dienst an der Waffe wurde von Kritikern mit Spott und Häme überzogen: unecht, die Uniform sei lediglich Maskerade. Doch Özdemir will die Grünen-Anhänger in der Truppe stärken, die sich im Gegensatz zu den AfD-Sympathisanten meist nicht zu erkennen geben. Auch seinen „schwäbischen Patriotismus“ will sich Özdemir nicht nehmen lassen, und als Beweis dafür steht in seinem Büro eine mannshohe Schwarz-Rot-Goldene Fahne, weil er dieses Symbol nicht allen überlassen will: „Die Feinde unserer Demokratie haben kein Recht auf Schwarz-Rot-Gold, denn sie missbrauchen dieses Zeichen unserer Republik.“ Übrigens: Hat Özdemir als „Ein-Wochen-Offizier“ auch den Fahneneid geleistet? „Der entfesselte Orkan der Grünen„, spottete eine online-Zeitung über Özdemir, der für den Fraktionsvorsitz im Bundestag kandidierte – und scheiterte! Nationalflagge, Bundeswehr und Attacken auf die AfD nutzten nichts.

Foto unten: Bei einer Rekrutenvereidigung 1964 präsentierte
Peter Hain (ganz links) als Bundeswehrsoldat unsere Flagge

5) Richtungsstreit: Höcke-Attacke, Junge-Appell. Siegt künftig der Flügelsturm auf Rechtsaußen oder das bürgerlich-konservative Mittelfeld? Könnte es gar zu einer ideologischen Spaltung der AfD kommen? Vielleicht in eine Ost- und eine West-Partei? Nach Björn Höckes provokantem Auftritt beim Kyffhäuser-Treffen ist die Auseinandersetzung neu entbrannt. Der Thüringer Landeschef zog mit seinen Äußerungen den Zorn vieler AfD-Politiker auf sich. Bekanntlich wandten sich mehr als 100 Parteifunktionäre in einem Appell gegen Höckes Machtanspruch. „Er ist nicht legitimiert, für die AfD als Gesamtpartei zu sprechen“, so Wortführer Uwe Junge, AfD-Chef von Rheinland-Pfalz, der für eine „geeinte und starke Rechtpartei“ kämpft. Die AfD-Spitzenleute positionieren sich auch für die Wahl des Parteivorstandes Ende November. Gauland möchte angeblich nicht mehr antreten. Junge, der den Landesvorsitz abgibt, kandidiert Ende November für den Bundesvorstand.

Nachtrag zum Thema: Uwe Junge riskiert viel, um die Einheit in der Partei wieder herzustellen. Der Frontmann aus der Vulkaneifel sorgte auch für Aufsehen, als er als Gast bei der ARD-Politsendung „Hart aber fair“ mit seinen Argumenten überzeugte, bei der Ernennung von AKK zur Verteidigungs-Ministerin einen „Aufstand der Generale“ forderte. Der Ex-Stabsoffizier gilt in der Partei als ausgleichende Kraft, der die Lager versöhnt. Das „AfD-Strategiepapier 2019-2025“ beinhaltet eine Vielzahl von Leitlinien, die Junge seit Jahren fordert und in seinem Landesverband durchsetzt, mit dem Ziel: eine liberal-konservativ-patriotische Volkspartei zu werden, die möglichst bald Regierungsverantwortung übernimmt. Sein Motto: „Moderat im Ton, hart in der Sache“ (seine Biografie im Buch, Kapitel 12 „Im Kreuzfeuer der Meinungen“).

6) Superstark, dieser Sebastian Münzenmaier: Aktuell und engagiert informiert der 30-jährige MdB, Fraktions-Vize und Vorsitzende des Ausschusses für Tourismus die Bürger über youtube und seinen Newsletter. Nachrichten aus erster Hand: „Liebe Freunde, wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein!“ sagt er. „Getreu diesem Motto versuche ich stets äußerst transparent und bestmöglich über meine Arbeit im deutschen Bundestag und in Rheinland-Pfalz zu informieren.“ So gibt es ab sofort auf seiner Homepage die Rubrik „Kurznachrichten“ (www.sebastian-muenzenmaier.de). Auch Fragen beantwortet Münzenmaier umgehend.

Auch sonst ist er kontaktfreudig. So schrieb der Pfälzer Politiker zu meinem Buch, in dem er in Kapitel 16 porträtiert wird (AfD-Hoffnung Münzenmaier vom Trifels): „Der Autor Peter Hain ist für klare Worte bekannt und beschreibt interessant die erfolgreiche Geschichte unserer AfD. Insbesondere die Portraits finde ich sehr anschaulich und informativ und ich wünsche Herrn Hain weiterhin viel Erfolg mit seinem Buch, auch wenn einige Aspekte seines Buches diskussionswürdig sind.

7) Buch-Rezension in der Wochenzeitschrift Junge Freiheit: Im Literaturteil wurde mein Buch „Die AfD-Story“ besprochen: