Die AfD-Story: Störfall oder Erfolgsmodell?

Der Journalist Peter Hain auf den Spuren der AfD, die trotz aller Widerstände erfolgreich Geschichte schreibt. Wer erfand den Namen AfD, was steckt wirklich hinter dem blauen Partei-Logo mit dem roten Pfeil? Warum ist das Nazi-Etikett falsch und warum kann der „Prüffall“ die AfD nicht stoppen? Ist der Verfassungsschutz überhaupt noch zeitgemäß, wird er selbst zum „Prüffall“?  Die Zukunft der Rechtspartei: Von wegen „kleine Leute“, es geht jetzt ums Überleben der Mittelschicht!

In Porträts kommen AfD-Frontleute zu Wort: Alexander Gauland, Jörg Meuthen, Konrad Adam und  viele Rechtspolitiker. Der Autor beleuchtet ausführlich auch die Rolle der AfD-Ex-Chefin Frauke Petry sowie der Kanzlerin Angela Merkel, die beide ihren „Anteil“ am AfD-Erfolg haben.

22 spannende Kapitel, auf 256 Seiten:
AfD-Sympathisant Prof. Max Otte und sein „Kampf um das Demokratie-Schloss Hambach“, die internen Parteikämpfe im Südwesten Deutschlands, die Macht der „offenen, kritischen Briefe“, die AfD-Zukunft wie die Neu-Organisation der Jungen Alternative, mehr kommunale Präsenz sowie verträglicher Umweltschutz.

256 Seiten
 ISBN  978-3-00-062373-8 
 Preis: 17,90 Euro

Jetzt im Buchhandel, bei amazon.de oder direkt beim Autor: Peter.Hain@peterhain.info

Aktuell zu meinem Buch

In der Demokratie gibt es eine Pflicht,
die allen anderen vorgeht:
Nämlich zu sagen, was ist!

Tops & Flops

Unser traditionsreiches Reichstagsgebäude in Berlin:
DEM DEUTSCHEN VOLKE GEWIDMET! Und überall sieht man auch die „Raute der Macht“: Die CDU wirbt unter dem Motto „In guten Händen“ großflächig mit der typischen Handhaltung der Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Spät ist die Kanzlerin eingestiegen ins öffentliche Corona-Krisenmanagement. Das Verhalten der Politikerin zu deuten gleicht oft der Glaskugelguckerei: Man sieht nichts – und in Ermangelung von Fakten blüht die Fantasie. Das umso mehr, als dass Merkel ihr direktes Arbeitsumfeld hermetisch abriegelt. Nichts dringt aus diesem geschlossenen Kreis nach draußen. Nichts, was die Kanzlerin bewegt, warum sie handelt – oder eben auch nicht. Immerhin, am 11. März zeigte sie die Raute und verkündete: „Der Virus ist in Europa angelangt.“.  Und Merkel an ihr Volk: „Ich wende mich mit einer ungewöhnlichen Massnahme an Sie!“ Ja, es ist schon ungewöhnlich, wenn die Kanzlerin zu uns spricht. Doch da hatte Markus Söder schon längst seinen Katastrophenplan umgesetzt. Und Merkel ließ noch einen ihrer typischen Sätze los: „Wir müssen mit viel mehr Unbekannten noch agieren, deshalb ist die Situation schon noch eine andere.“ Klar, sie denkt ja auch immer „vom Ende her“. Nach der Rückkehr aus der Quarantäne sprüht Merkel jetzt wieder vor Tatendrang.

Diffuse Unruhe im Kanzleramt

Aus dem Kanzleramt ist immer öfter zu hören, dass man sich an den „Flüchtlingsherbst 2015“ erinnert fühlt. Damals war der Regierung die öffentliche Debatte nach anfänglich großer Unterstützung zunehmend entglitten. Einer, der in der Zeit politisch ganz vorne agierte, sagt heute, fast alles wirke auf ihn wie ein Déjà-vu. Wieder handele es sich um eine große Krise mit offenem Ausgang; wieder sei die Lage hochkompliziert.

„Einige Schwachstellen sind ja schon entdeckt worden. Ich will jede Anregung aufnehmen“, sagte Angela Merkel und fügte hinzu: „Ich bin ja ein aufmerksamer Zeit-Mensch, um nicht Genosse zu sagen.“ Genossin? Da erinnerte sie sich wohl an ihre Jugend als FDJ-Sekretärin.

Dr. Alexander Gauland:
Helmut Kohl. Ein Prinzip.
Manuscriptum Verlag, www.manuscriptum.de, Lüdinghausen 2020, broschiert, 176 Seiten, 14 Euro

Politisches Sachbuch:
„Helmut Kohl. Ein Prinzip.“
von Alexander Gauland

Begann schon durch Kohl
der Aufstand der Rechten?

In der aktuellen Neuauflage ergründet der AfD-Fraktions-
chef die Wesenszüge und das politische Wirken des „Kanzlers der Einheit“. Das Kohl-Buch verrät viel über Gauland selbst – so ist es auch ein Doppelporträt

Alexander Gauland gehört zu den wenigen Politikern, die ihre Bücher nicht schreiben lassen, sondern selbst schreiben. Deswegen verraten sie tatsächlich etwas über Geist und Stimmung des Autors. Gaulands Vorliebe gilt historischen Themen, über die er Standardwerke publiziert („Die Deutschen und Ihre Geschichte“, „Gemeine und Lords“, „Das Haus Windsor“, „Fürst Eulenburg, ein preussischer Edelmann“).

Der Ehrenvorsitzende der AfD nimmt gern faszinierende Staatsmänner aufs Korn – Bismarck, Stresemann, Talleyrand, Disraeli oder Burke. Doch als er 1994 seinen Bundeskanzler und „Parteifreund“ Helmut Kohl erstmals porträtiert, stellt er fest, dass „der überhaupt nicht fasziniert“. Ihn stört Kohls Mittelmaß, Machtgier und engherzige Personalpolitik. Für den Pfälzer gab es nur Freund oder Feind, und wer sich von ihm lossagte, war und blieb ein Verräter.

Was Gauland an Kohl besonders moniert, ist dessen Schicksal, Vertreter einer gewöhnlichen Epoche zu sein. Der demokratische Politiker, so sein Urteil, könne den Staat zwar verwalten, aber nicht mehr darstellen. Alles bleibt im Allgemeinen, starr reglementiert, fantasielos – eben das Prinzip Kohl.

„Warum ich über Helmut Kohl schreibe?“, fragt Gauland und gibt die Antwort: „Kohl ist durch eigenes Verdienst und glückliche Umstände zu einer historischen Figur geworden. Er ist wie kein anderer Politiker ein Repräsentant der alten Bundesrepublik an der Schwelle zur neuen. Sein Abgang war ein Zeichen dafür, dass eine Epoche unwiderruflich endete.“ Das Buch resultiert wohl auch aus der Enttäuschung des Ex-CDU-Staatssekretärs Gauland über den Niedergang seines Kanzlers und seiner damaligen Partei. Da ist die Spendenaffäre, da sind die „schwarzen Kassen“. Die Mär von den „blühenden Landschaften“, die unvollkommene Wiedervereinigung, die verletzten Gefühle der Ostdeutschen, die Aufgabe der D-Mark. Kohls Versagen befähigt Angela Merkel zur Kanzlerschaft. Schon am Ende der Kohl-Zeit formierte sich in konservativen CDU-Kreisen großer Widerstand.

Da fragt sich der Leser: Begann schon durch Kohl der Aufstand der Rechten? Wurde bereits vor 25 Jahren gesät, was die AfD entstehen und wachsen ließ? Gaulands Erstausgabe von 1994 ist prophetisch, findet jetzt in der aktualisierten Neuveröffentlichung ihre Bestätigung.

Doch bei der Beurteilung Kohls kommen sich der Historiker Gauland und der Politiker Gauland in die Quere: „Mangel an Intellekt, Mangel an Zukunftsfantasie, Mangel an Flair und persönlichem Stil“, zitiert er ein FAZ-Porträt anlässlich Kohls erster Regierungsübernahme. Andererseits betont Gauland die Verdienste Kohls als Europäer, wundert sich, dass man dem Realisierer der Wiedervereinigung keine Denkmäler errichtete. „Die Einheit ist sein Verdienst und macht seine historische Größe aus“, schreibt Gauland, „und in einer entscheidenden Weggabelung deutscher Geschichte ist Kohl über jedes Mittelmaß hinausgewachsen.“ 

Gaulands Werk besticht durch scharfe, fundierte Analyse. „Doch eine abschließende Beurteilung über Kohls Schicksal muss offen bleiben“, meint der Chronist. „Und das kann nicht anders sein, in einer Zeitenwende, in der nichts mehr sicher ist und alles neu bedacht werden muss.“ So könnte der Buchtitel auch lauten: Helmut Kohl, der Unerklärbare.

Engagiert und meinungsstark auf allen Kanälen: MdB Sebastian Münzenmaier (30)
aus Rheinland-Pfalz, der in Berlin auch Vorsitzender des Ausschusses für Tourismus ist

Verkaufsschlager:
JF-Dokumentation
„Mythos Klimakatastrophe“

Wachstum wird bei den meisten Medien wohl zunehmend nur noch digital geschaffen. So sind die Zugriffe auf die Internet-Präsenz der Jungen Freiheit (www.jungefreiheit.de) erfreulich gestiegen: Monatlich zählt die Seite über 1,3 Mio. Nutzer und 6,6 Mio. Aufrufe. Im social-media-Bereich ist die JF ebenfalls stark vertreten: 135.000 follower bei Facebook, 45.000 bei Twitter und 13.000 bei Instagram.

Auch das Projekt „JF-TV“ macht große Fortschritte. Der youtube-Kanal der Wochenzeitung für Debatte zählt bereits über 53.000 Abonnenten. Zu den erfolgreichsten JF-TV-Filmen aller Zeiten auf youtube wurden die Interviews zum Thema „Corona-Crash“ mit Buchautor Markus Krall und MdB Sebastian Münzenmaier. Innerhalb von nur 14 Tagen wurde die Sendung 450.000mal angesehen. Absoluter Rekord! Ein Verkaufsschlager wurde zudem die Dokumentation „Mythos Klimakatastrophe“, die fast 9.000mal als DVD verkauft wurde.

Sebastian Münzenmaier gilt als engagiert und meinungsstark. Der 30jährige Fraktions-Vize im Berliner Parlament informiert Mitstreiter und Bürger über youtube und seinen newsletter. Nachrichen aus erster Hand: „Liebe Freunde, wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein“, sagt er. „Getreu diesem Motto versuche ich stets, äußerst transparent und zeitnah über meine Arbeit im Bundestag und in Rheinland-Pfalz zu informieren“. So gibt es auf seiner Homepage die Rubrik „Kurznachrichten“ (www.sebastian-muenzenmaier.de). Münzenmaier, auch Vorsitzender des Ausschusses für Tourismus, setzt sich zurzeit vehement für die darbende Reisewirtschaft ein. Er wies darauf hin, dass sich zwei Drittel der Reiseunternehmen knapp vor der Insolvenz sehen. „Drei Millionen Beschäftigte, denen Arbeitslosigkeit droht, brauchen jetzt dringend Hilfe.“

Eine unfertige Nationale
Tourismus-Strategie

Häufig attackiert Münzenmaier im Bundestag die Themensetzung der Regierung. „Es wird nicht über das geredet, was die Menschen wirklich bewegt“, so der Pfälzer, und kritisiert eine „unfertige Nationale Tourismus-Strategie“. Hier wird deutlich, „wie wenig wir die Sorgen unserer Menschen ernst nehmen“. Münzenmaier geißelt zudem das „Schneckentempo“ der Regierung. Sie habe fünf Monate gebraucht, um das Vorhaben einer Nationalen Tourismus-Strategie im Koalitionsvertrag festzuschreiben, und weitere 15 Monate, um Eckpunkte zu erarbeiten, die nichts weiter seien als „Worthülsen ohne Inhalt“.

Eigenartig auch die Rolle von Thomas Bareiß (CDU), der als „Tourismusbeauftragter der Bundesregierung“ auftritt. Also so eine Art Ober-Tourismus-Experte. „Reisen ist ein Freiheitsrecht, das zu schützen ist“, meint der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Wahrlich eine epochale Erkenntnis!

Neues Sachbuch: Der Schriftsteller Wolfgang Bittner hat mit dem aktuellen Werk „Der Neue West-Ost-Konflikt“ wieder für Aufsehen gesorgt. Es geht um die Inszenierung der Krise NATO gegen Russland. Bittner liefert eine Tour de d’horizon der US-Großmachtpolitik von der Ukraine bis Venezuela (320 Seiten, 19,90 Euro, zeitgeist verlag, www.zeitgeist-online.de)

Bittners aktuelles Sachbuch
sorgt für viel Wirbel
Ist Deutschland
eine Kolonie der USA?

Das politische Sachbuch bezieht seine Attraktivität auch aus dem Versprechen, die ganze Wahrheit zwar nicht zu wissen, aber mit zahlreichen Fakten die Probleme sehr anschaulich und glaubhaft beschreiben zu können. Und das ist Wolfgang Bittner mit seinem aktuellen Sachbuch „Der Neue Ost-West-Konflikt“ gelungen. Der Schriftsteller ist überzeugt, dass die Krise zwischen NATO und Russland zu eskalieren droht. Westliche Politiker bemühen sich kaum, die Auseinandersetzung zu entschärfen, im Gegenteil. Der Konflikt ist so gewollt und der Nordatlantikpakt, so Bittner, ist längst kein Verteidigungsbündnis mehr, tritt heute als Aggressor auf: NATO-Osterweiterung, Krieg gegen Jugoslawien, Anti-Russland-Propaganda, wirtschaftliche Sanktionen oder drastische Erhöhung des Militärhaushalts der USA (aktuell für 2019: 732 Milliarden US-Dollar, Russland 65,1).

Der promovierte Jurist (Jahrgang 1941, Egon-Kisch-Preisträger) liefert mit seinem Werk eine Chronologie des Geschehens, analysiert aufwändig die Hintergründe. Doch die AfD-nahe Wochenzeitung Junge Freiheit rezensiert, dass Bittner mit seinem Buch „übers Ziel hinausgeschossen ist“. Seine Anklageschrift gegen den US-Imperialismus könne man so nicht stehenlassen. Und in dem er Deutschland als „Kolonie der USA“ bezeichne, kultiviere Bittner das Selbstmitleid einer geprügelten Nation. Besonders kritisiert wird seine These: „Mit Hitler hätten die  britischen und US-amerikanischen Geheimdienste in den 1920er Jahren den Geist aus der Flasche gelassen.“  Ein Verriss de Luxe! Das macht den Leser erst richtig neugierig, sein eigenes Urteil zu bilden.

So plädiert Wolfgang Bittner für ein „geeintes Europa der Nationalstaaten unter Einbeziehung Russlands“. Immerhin: In einer repräsentativen Umfrage meinen 52,3 Prozent der Deutschen, dass die Beziehungen zu Russland besser werden sollten. Die AfD gibt sich da diplomatisch, sagt in einem Strategiepapier: Dumpfer Anti-Amerikanismus und überbordende, unkritische Russland- und Putin-Verehrung schrecken die meisten Wähler nur ab.

Wegen seiner Aufrichtigkeit wird Wolfgang Bittner von einigen sogenannten Qualitätsmedien boykottiert. „Ich sage und schreibe, im Rahmen der Gesetze, was ich will – aber es wird oft verhindert, dass es viele hören und lesen“, so Bittner. Viele zählen ihn zu den mutigsten Schriftstellern Deutschlands.  Deswegen ist auch sein neues Buch so lesenswert!

Treffen in Bonn: Loki Schmidt (+2010) im Gespräch mit Reporter Peter Hain. Ende 1974 unterstützte ich die Kanzlergattin bei Rettungsaktionen für gefährdete Orchideen

„In der Krise
bewahrt sich Charakter“

Was war die SPD früher für eine starke Partei. Ich gestehe, dass ich sie sogar mal wählte. Da gab’s ja auch noch einen Kanzler Helmut Schmidt, den führungsstarken Krisenmanager (Sturmflut, RAF, Nachrüstung). „In der Krise bewahrt sich Charakter“, so ein Schmidt-Zitat. Bei meinen Besuchen im Bonner Kanzlerbungalow sagte mir damals seine Gattin Loki Schmidt: „Hoffnung? Das ist ein Gebot, dem Politiker nicht ausweichen dürfen!“  Das habe ich mir auch als Journalist zu eigen gemacht.

Gespräch in Berlin: Fraktionsvorsitzender
Dr. Alexander Gauland empfing den Journalisten Peter Hain in seinem Büro im Jakob-Kaiser-Haus. Es ging um Gaulands neues Buch „Nation, Populismus, Nachhaltigkeit“ (Verlag Antaios)

Was den Streit vergiftet:

„Die Argumente
des politischen Gegners
als unmoralisch zu brandmarken“

Bei meinem Besuch in Berlin sprach der Ehrenvorsitzende auch mit mir über die Gefahren für unsere Verfassung. Schon damals sagte mir Alexander Gauland: „Nicht der Streit ist die Gefahr für unsere Verfassung, für die Demokratie und für den gesellschaftlichen Zusammenhang. Nein, die Gefahr sind selbsternannte „Demokraten“, die die Opposition verstummen lassen wollen. Was neu ist, ist der Versuch, das Argument des politischen Gegners als unmoralisch zu brandmarken. Das vergiftet den Streit und die Beziehungen.“ Später veröffentlichte der Fraktionschef im Bundestag all das in seinem Aufruf „Gemeinsam für das Grundgesetz“, der in der „Jungen Freiheit“ veröffentlicht wurde.

Die Meinungsfreiheit
der sogenannten „Qualitäts-Zeitungen“

Die AfD wollte diese AfD-Initiative auch in anderen Publikationen veröffentlichen. Wohlgemerkt, als bezahlte Anzeige. Doch Gaulands Aufruf durfte in FAZ, WELT, Spiegel, Handelsblatt und Focus nicht erscheinen. Diese sogenannten „Qualitäts-Zeitungen“ haben ihre ganz spezielle politische Meinungsfreiheit. Sie jammern in der Corona-Krise über bis zu 80 Prozent Anzeigen-Verluste, doch eine Anzeige einer von fast 6 Millionen Bürgern gewählten Oppositionspartei darf auf keinen Fall veröffentlicht werden.

Das Brandenburger Tor ist ein Symbol für beides: für Veränderung und Bestand in der deutschen Geschichte und Kultur

DAS KONSERVATIVE WIRD WIEDER POPULÄR
Keine Angst vor Veränderungen.
Mit Herkunft in die Zukunft

Wer sich heute konservativ nennt, läuft Gefahr, entweder als „rechts“ oder als „rückwärtsgewandt“ zu gelten. Oder beides. Doch das greift viel zu kurz. Die Frage danach, was es wert ist, bewahrt zu werden, kann in Zeiten der Veränderung Orientierung geben. Mit der Frage „Was ist konservativ?“ beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe (1/2020) des christlichen Medienmagazins PRO.

„Konservatismus ist in erster Linie eine Haltung zum Wandel. Schon bei seinem Vordenker Edmund Burke war das so. Er formulierte Konservatismus als eine Reaktion auf die Französische Revolution“, so der Historiker Andreas Rödder in seinem Buch „Konservativ 21.0“. (C.H. Beck Verlag). Und: „Konservative akzeptieren, dass sich Vorstellungen und Maßstäbe wandeln. Sie handeln mit Maß und Mitte und nicht nach ideologischen Vorstellungen. Zudem geben sie der Gesellschaft den Vorrang vor dem Staat.“ Der Humanist und Philosoph Burke (1729-1797) ist ebenso für Dr. Gauland der beliebteste Vordenker: „Burkes Botschaft ist auch eine Botschaft des Kampfes gegen alle korrumpierenden Einflüsse auf die Politik.“ Und Autor Rödder kritisiert dazu ganz aktuell die Rolle der Medien für die öffentliche Wahrnehmung des Konservativen: „Die leitenden Organe haben erheblich zu einer Spaltung der Öffentlichkeit beigetragen. Auf der einen Seite befördern sie einen linken Moralismus, auf der anderen Seite genau dadurch das Ressentiment der Rechten. In der Migrationskrise 2015 haben sich viele Medien selbst zur Partei gemacht.“

Der Publizist Wolfram Weimer hat ein „Konservatives Manifest“ verfasst. „Heimat und Nation, Kultur und Tradition sind für die Konservativen wichtige Werte. Sie schätzen Recht und Ordnung, weil sie die Voraussetzung für Sicherheit, Vertrauen und Integrität sind“, so Weimer, „und es ist für Konservative schwer erträglich, wenn politischer Wille über Recht und geltende Ordnung gestellt werde, Politiker die Euro-Kriterien ignorieren, die Regeln der Dublin-Verträge zu Migration und Asylverfahren nicht beachten.“ Weimer meint, dass Konservative werde wieder populär. Das bestätigt auch eine Insa-Studie im Auftrag des Magazins Focus: 37 Prozent der Deutschen bezeichnen sich als wertkonservativ, 55 Prozent halten Patriotismus für einen positiven Wert, über 60 Prozent meinen, der Islam sollte Deutschland nicht mitprägen. Bei der „Ehe für alle“ und Abtreibung dominieren jedoch liberalere Einstellungen.

Konservativ = rechts? Wer konservative Positionen vertritt, erhält schnell das Etikett „rechts“ angeheftet. Und wo linke und grüne Stimmen im Mainstream des öffentlichen Diskurses tonangebend sind, ist das aus deren Sicht fast gleichbedeutend mit dem moralisch Verwerflichen (so die PRO-Titelstory). „Deshalb ist es wichtig, zu differenzieren zwischen dem, was sich innerhalb unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bewegt, und dem, was diese Linie, die unser Gesellschaftsmodell umreißt, überschreitet.“  

Holz-Mafia, Goldgräber,
Feuer-Inferno – und jetzt noch Corona!

Meine Indianerfreunde
in großer Lebensgefahr

Die Corona-Pandemie bedroht Brasiliens Ureinwohner. Von der Ausbreitung des Virus sind bereits 38 indigene Völker betroffen, meldet die Vereinigung der Ureinwohner APIB. Das Virus erreicht mit „beängstigender Geschwindigkeit“ alle Gebiete der indigenen Völker. So haben sich schon mehr als 880 Indianer mit dem Virus angesteckt. 122 sind bereits an den Folgen gestorben. Auch die Kayapos, meine indianischen Freunde in Amazonien, beklagen immer mehr Opfer.

Ich habe eine besondere Verbindung zum Regenwald in Amazonien, denn dort lebt mein Freund Payé, der Häuptling der Kayapos. Im Herbst 1988 besuchte ich in Brasilien als Reporter seine Heimat am Rio Xingu, blieb einige Wochen bei dem Stamm (Foto unten). Schon damals wurden die indigenen Völker Brasiliens vom Großgrundbesitzern aus ihrem Lebensraum vertrieben und man legte riesige Waldbrände. Häuptling Payé protestierte gegen den Landraub, wurde von Killern (Pistoleiros) gejagt. Der mutige Häuptling wollte nicht emigrieren, nicht irgendwo Asyl beantragen, sondern seine Heimat schützen, gegen die Eindringlinge verteidigen und seine indianische Identität bewahren. Nachdem er und sein Stamm monatelang im Regenwald verschwunden waren, tauchten sie jetzt wieder auf. Doch mit dem Virus drohen neue tödliche Gefahren.

Im Oktober 1988 am Rio Xingu: Reporter Peter Hain im Gespräch mit Häuptling Payé, der seine Tochter Chica im Arm hält

Das Blaukehlchen (Luscinia svecica): Ein attraktiver, wesensstarker Vogel mit AfD-Logo auf der Brust: Tiefblau und mit einem roten Sexy-Signal

Hain’s Glosse Tierisch-satirisch

Neuer Erfolg des Verfassungsschutzes

Blau- und
Braunkehlchen
unter Beobachtung

Weitere Flügeltiere sieht das Bundesamt für Verfassungsschutz  (BfV) als Bedrohung für die Demokratie. So sollen jetzt sogar Blau- und Braunkehlchen unter strenge Beobachtung gestellt werden. Den fleißigen Vögeln wirft man vor, dass sie viel zu laut Trillern, und das oft sehr hoch und scharf. Zudem gelten diese Sänger oft als unduldsame, schwer kontrollierbare Einzelgänger. Ihr Revier verteidigen sie auch recht aggressiv gegen artfremde Eindringlinge. Verdächtig auch, dass der Vogel die Farben des AfD-Logos auf der Brust präsentiert: tiefblau mit rotem Sexy-Signal! Die auffällig gefärbte Brust ist während der Balz eine Drohgebärde, vor allem, wenn man den Kehlchen ein Büschel roter oder grüner Federn zeigt („Grzimeks Tierleben“).

Für den Verfassungsschutz eine weitere Bestätigung rechter Gesinnung. Ein AfD-Sympathisant aus Thüringen soll sogar ein Braunkehlchen dressiert haben, um linke Demos zu stören – also so eine Art „Vogelschiss“-Kommando. Das geht natürlich gar nicht. Der Inlandgeheimdienst ist alarmiert, darf deshalb jetzt auch offiziell V-Leute einsetzen, um die AfD auszuspionieren. Diese zweibeinigen Sänger, die aufrechte Bürger verpfeifen, nennt man auch Staatstrojaner oder Spitzel. In jetzigen Zeiten mit schwerwiegenden Einschränkungen erhält da der Refrain eines Vogelgesangs noch eine aktuelle, modernisierte Bedeutung: „Komm doch, lieber Frühling… komm doch bald vorbei, jag BfV, Antifa und Angela fort, mach das Leben und unser Land wieder meinungsfrei“.

P.S.: Nur das artverwandte Rotkehlchen, auch vom Aussterben bedroht, wird vorerst nicht beobachtet. Der Umwelt-Ausschuss der SPD ist strikt dagegen. Und natürlich auch Greta.  

Buch-Rezension
in Junge Freiheit

Im Literaturteil wurde mein Buch „Die AfD-Story“ besprochen: